Worum ging’s bei der Studie?
- Status-quo-Analyse: Wie steht’s in Sachen Mehrweg? Wie hoch sind die Nutzungsquoten und was sind die größten Herausforderungen
- Herausfinden: Wo können wir ansetzen, damit noch mehr Menschen/Gastronomiebetriebe/Geschäfte Mehrweg nutzen? Was sind unsere Hebel?
Die „Hard Facts“:
- Insgesamt ging die Umfrage an 200 Betriebe. Davon haben uns 46 Rede und Antwort gestanden (Rücklaufquote: 23 %).
- Zusätzlich fand eine Teilnehmenden-Beobachtung in einigen Geschäften statt.
- Die teilnehmenden Betriebe haben im Durchschnitt 103 Kund*innen pro Tag (mit einer Ausnahme von 2 Bäckereien, die eine Anzahl von 10 000 und 22 000 Kund*innen angaben). Davon geben im Durchschnitt 41 Kund*innen Take-away-Bestellungen auf (die 2 Ausnahmen gaben hier jeweils 500 und 2 200 Take-away-Bestellungen an). Insgesamt entspricht dies einer Take-away-Quote von 40,6 %.
Unser Top-Erkenntnisse:
- Status quo: Einmal ohne, bitte wirkt. Bei den Geschäften, die Teil unseres Netzwerkes sind, lag die Mehrwegnutzungsquote während unserer Beobachtungsstudie bei durchschnittlich 26 %. Zum Vergleich: Die Betriebe, die nicht Teil des Netzwerks sind, hatten eine Mehrwegquote von 0 %!
- Die häufigsten Gründe, warum Mehrweg eingeführt wird, sind der Umweltschutz und das Interesse der Kund*innen.
- Hier hakt’s am meisten: bei der Kommunikation rund um das Thema Mehrweg gegenüber Kund*innen und am Platz.
- So weisen Geschäfte auf Mehrweg hin: durch direkte Ansprache (n = 24, 61,5 %), anhand von Informationsmaterial (n = 19, 48,7 %), über Social-Media-Kanäle (n = 18, 46,2 %), mithilfe von Rabatten (n = 6, 15,4 %) und indem nur Mehrwegverpackungen für Take-away-Bestellungen angeboten werden (n = 1, 2,6 %).
Wie geht’s weiter? Welche Maßnahmen jetzt hermüssen:
- Beim Einkauf immer wieder nach Mehrweg fragen, denn der Druck durch Kund*innen wirkt.
- Infomaterial zur Verfügung stellen, damit Kund*innen sich auch selbst informieren können.
- Radikal sein: Einfach mal nur noch Mehrweg anbieten, dann fällt auch das Platzproblem weg.
- Bei Einweg draufzahlen lassen … und das dadurch eingenommene Geld an eine coole Organisation spenden (z. B. an rehab republic). 😉
Für alle, die es genauer wissen wollen oder mehr auf Grafiken stehen, hier noch die Diagramme mit den wichtigsten Ergebnissen unserer Mehrwegstudie:
Die beliebteste Mehrweglösung ist die Befüllung kund*inneneigener Behältnisse. Außerdem werden betriebseigene Mehrwegsysteme sowie Mehrwegpoolsysteme (z. B. RECUP) von jeweils ca. einem Drittel der Befragten genutzt.
Die bisherigen Erfahrungen mit Mehrweglösungen werden von den Befragten als sehr positiv bewertet.
Der Anteil der Kund*innen, die die angebotenen Mehrweglösungen annehmen, ist in diesen Betrieben sehr unterschiedlich. Bei 47 % der Betriebe nutzen mehr als 30 % der Kund*innen Mehrweglösungen, bei 31 % sind es zwischen 10 und 30 % und bei 22 % der Betrieben nutzen nur weniger als 10 % der Kund*innen die angebotenen Mehrweglösungen.
Die Befragten nannten verschiedene Gründe für die Einführung von Mehrwegsystemen. Zu den wichtigsten zählen der Umweltschutz und das Interesse der Kund*innen. Zudem wurden weitere Gründe wie Kostenersparnis, Zeitersparnis und die Erfüllung von gesetzlichen Vorgaben genannt.
Die größte Hürde bei der Einführung von Mehrwegsystemen war der hohe Aufwand, Kund*innen über das Mehrwegangebot zu informieren. Andere Hürden waren der fehlende Platz für die Aufbewahrung von Mehrwegbehältnissen, die Kosten, die fehlende Spülmöglichkeit sowie der hohe Zeitaufwand für die Recherche und die Besorgung von Mehrwegalternativen.
Fazit:
Die Nutzung von Mehrweglösungen in der Gastronomie findet langsam Akzeptanz und wird von den teilnehmenden Geschäften als sehr positiv bewertet, allerdings gibt es noch sehr viel Luft nach oben! Einer der wichtigsten Gründen für die Einführung von Mehrwegsystemen ist das Interesse der Kund*innen an Mehrwegalternativen. Gleichzeitig ist der hohe Aufwand, Kund*innen zu informieren, die größte Hürde, die Betriebe dabei erleben.
Für uns bedeutet das: Einer der wichtigsten Hebel, um verpackungsfreies Einkaufen zu stärken, besteht darin, das Publikum über die vielfältigen Mehrweglösungen zu informieren – und zwar bevor sie einkaufen gehen!