2 – Hintergrund­wissen

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Grafik der Abfallhierarchie mit Vermeidung als oberste Priorität

Warum Mehrweg?

Um den Workshop „Zero Waste Hero – werde Mehrwegheld*in“ durchzuführen, ist es wichtig, sich vorab mit den Themen (Einweg-)​Verpackungsmüll und Mehrweg vertraut zu machen.

Gerade wenn wir mit Kindern und Jugendlichen zu nachhaltigem Konsum, Abfall­vermeidung oder alltags­tauglichen Lösungen arbeiten, hilft ein klarer Überblick: Warum ist Einweg problematisch, welche Lösungen gibt es und wie lässt sich Mehrweg unkompliziert in den Alltag integrieren?

Genau dabei unterstützt dich dieses Kapitel. Es liefert dir Informationen zu Einweg und Verpackungs­müll in Deutschland sowie den rechtlichen und praktischen Hintergrund zu Mehrweg – kompakt, verständlich und direkt anschlussfähig für deinen Workshop. So hast du das nötige Wissen, um Verpackungs­vermeidung nicht als Verzicht, sondern als konkrete, machbare Lösung zu vermitteln.

Gleichzeitig ist uns etwas ganz Entscheidendes wichtig: Als Workshop­leitung musst du nicht alles vorher perfekt wissen. Der Workshop ist auch ein Raum, in dem du gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen lernen kannst – zum Beispiel indem ihr zum ersten Mal „in echt“ testet, wie der Einkauf mit mitgebrachten Behältnissen funktioniert.

Übersicht

B ring ring ring

Y our our our

O wn wn wn

„Einkaufen mit mitgebrachten Behältnissen“ – diese Formulierung ist uns manchmal zu lang. Daher nutzen wir dafür auch den Begriff Bring your own (kurz BYO).

Im Kontext von Verpackungs­vermeidung steht der Begriff für eine einfache, alltags­taugliche Lösung, um Einweg­verpackungen zu vermeiden und Mehrweg zu fördern: Das Bring‑your-own-Prinzip bedeutet, dass beim Einkauf eigene Behälter, Becher oder Beutel mitgebracht werden, um Lebensmittel oder Getränke einzufüllen und mitzunehmen.

Einweg vs. Mehrweg

a) Einwegverpackungen:​

Warum wollen wir diese vermeiden?

Wir starten ganz konkret mit ein paar Zahlen und Fakten rund um Verpackungen in Deutschland:

  • Verpackungs­verbrauch:
    2023 fielen in Deutschland insgesamt (nicht nur für Lebens­mittel) 17,9 Millionen Tonnen Verpackungs­müll an. Knapp die Hälfte (47 %) davon im privaten End­verbrauch. Das macht umgerechnet ca. 99 kg pro Kopf.1
  • Einweg­verpackungen im To‑go-Bereich:
    2023 wurden in Deutschland etwa 14,6 Milliarden Einweg­verpackungen für Speisen und Getränke vertrieben – Tendenz steigend.2
    • Für Speisen:
      12,05 Milliarden davon sind Essens­boxen, Menü­schalen und Pizza­kartons. Das sind umgerechnet 382 Stück pro Sekunde. Das Jahres­aufkommen an Einweg­verpackungen für Speisen wiegt 249 667 Tonnen.2
    • Für Getränke:
      2,55 Milliarden davon sind Einweg­becher, z. B. für Heiß­getränke. Das entspricht 81 typischen 300‑ml-Bechern pro Sekunde und einem 29 523 Tonnen schweren Becher­stapel pro Jahr.2
Infografik mit 2,550 Milliarden Getränke-Einwegverpackungen und 12,047 Milliarden Speisen-Einwegverpackungen im Jahr 2023
InfografikA
  • Verpackungen für Obst und Gemüse:
    Frisches Obst und Gemüse wird inzwischen zu über 60 % vorverpackt verkauft und zu weiteren 36 % in Hemdchen­beuteln oder Papier­btüten verpackt.3
Infografik, die zeigt, dass Obst und Gemüse 2019 zu 36 % in Serviceverpackungen und zu 60 % in Industrieverpackungen verkauft wurde
InfografikB
  • Bäckereitüten:
    Jährlich werden 4,56 Milliarden Einweg­tüten aus Papier und/oder Plastik für frische Back­waren verwendet. Dadurch entstehen 29 082 Tonnen Abfall.4
Infografik: 4,56 Milliarden Einwegtüten aus Papier und/oder Plastik für frische Backwaren
InfografikC
  • Lebensdauer:
    Einweg­produkte haben eine sehr kurze Lebens­dauer. Ein Kaffee­becher landet nach durch­schnittlich 15 Minuten im Müll oder in der Natur, was verheerende Folgen für die Umwelt und schluss­endlich für uns Menschen hat.5
Infografik von Statista zu den Ergebnissen einer Umfrage, der zufolge die Plastikmüll-Verunreinigung der Umwelt mit 61 Prozent als am bedrohlichsten eingeschätzt wird
InfografikD
  • Folgen für Flora und Fauna:
    Müll gelangt mit dem Wind und über Flüsse auch aus küsten­fernen Regionen in die Meere. Die Verschmutzung der Meere durch Abfall­eintrag wurde mittler­weile selbst an der tiefsten Stelle der Ozeane nach­gewiesen. Und die Verschmutzung setzt sich weiter fort. Zwischen 19 und 23 Tonnen Kunststoff­müll gelangen pro Jahr in die Meere. Das entspricht in etwa zwei LKW-Ladungen pro Minute.6, 7 Dies hat erhebliche, oft fatale Auswirkungen auf Flora und Fauna der Meere. Lebe­wesen verfangen sich in den Rückständen des Mülls oder verschlucken ihn.8 Zudem zersetzen sich die Kunststoffe über die Zeit zu Mikro- und Nano­partikeln, die Gewässer und Böden sowie den natürlichen CO2-Austausch durch Mikro­organismen qualitativ in Mitleidenschaft ziehen.9, 10
InfografikE
  • Umweltfolgen der Produktion:
    Abgesehen von den Folgen, die der Eintrag von insbesondere Kunststoff­verpackungen in die Umwelt hat, verzehrt die Produktion von Einweg­verpackungen material­übergreifend erhebliche Mengen an Ressourcen. Allein für die Produktion von Papp­bechern in Deutschland sind pro Jahr etwa 17 500 Tonnen Papier nötig. Das kostet 26 000 Bäume das Leben. Hinzu kommen 1 000 Tonnen Polyethylen, da der Standard-Pappbecher zu fünf Prozent aus diesem Kunststoff besteht. Zudem beansprucht die Produktion eines jeden Bechers bis zu zwei Liter Wasser.11 Auch bei Kunststoff­verpackungen gehen die Rohstoff­gewinnung und -entsorgung mit Umwelt­belastungen einher. So verursachten beispiels­weise Produktion und Entsorgung von Kunststoff 2019 weltweit 1,8 Gigatonnen Treibhausgas­emissionen – das sind etwa 3,4 Prozent aller globalen Emissionen.12
Grafik von WWF zu den Umweltfolgen der Produktion von Einwegverpackungen
InfografikF
  • Auswirkungen der Rohstoff­gewinnung:
    • Für die Kunststoff­produktion:
      Die Förderung von Erdöl und Erdgas hat erhebliche Auswirkungen auf das Klima (aufgrund der CO₂- und Methan-Emissionen), auf die Meere (Meeres­boden, -wasser und -tiere) und auf die Bio­diversität.13
    • Für die Papier­produktion:
      Holz
      gilt als vermeintlich nach­haltig. Wälder sind jedoch Orte großer biologischer Vielfalt, binden Treibhaus­gase und stabilisieren das Klima der Erde. Kahl­schläge und die industrielle Forst­wirtschaft führen dazu, dass solche Öko­systeme beschädigt werden. Insbesondere Mono­kulturen laugen die Böden aus, verlangen hohe Pestizid- und Dünger­einsätze und verbrauchen große Mengen Wasser.14
  • Die Grenzen des Recyclings:
    Beim Recycling muss immer auch Primär­stoff (d. h. unbenutztes Plastik bzw. neue Papier­fasern) zugeführt werden. Zudem können die Fasern nicht unendlich recycelt werden und Kartonage aus Verbund­verpackungen wird aufgrund der Hygiene­anforderungen in Deutschland gar nicht recycelt. Nicht zuletzt landen Verpackungen oft im Rest­müll, sodass wertvolle Ressourcen verloren gehen. Zwei Drittel der Abfälle in der Restmüll­tonne gehören dort nicht hinein:15
Infografik: Zusammensetzung der durchschnittlichen Restmülltonne
InfografikG
  • Einsparpotenzial durch Mehrweg:
    Um den Ressourcen­verbrauch drastisch zu senken, ruhen die Hoffnungen auf dem Aspekt der Vermeidung, aber auch auf dem Einsatz und Ausbau von Mehrweg­modellen. Von beiden Optionen wird bisher zu wenig Gebrauch gemacht. Denn das Recycling allein wird die Ressourcen­krise nicht verringern. Mit einer stärkeren Ausbreitung von Mehrweg­systemen ließen sich Verpackungen mehrfach nutzen, bevor sie in das werkstoffliche Recycling gehen und die eingesetzten Materialien eine erneute Nutzung erfahren. In Deutschland ist das Potenzial mit Blick auf einen Material­strom quantifiziert: Mit Vermeidung und Mehrweg ließen sich Kunststoff­verpackungs­abfälle bis 2040 um rund 30 Prozent reduzieren.16
Zusammengefasst können wir sagen: Einweg­verpackungen benötigen viele Ressourcen und Energie in der Herstellung und verursachen Treibhausgas­emissionen bei Produktion und Entsorgung. Die Mengen an Einweg­verpackungen steigen immer weiter an. Zusätzlich werden die Verpackungen nur einmal für kurze Zeit genutzt und landen so schnell wieder im Müll oder in der Umwelt. Mehrweg­optionen helfen dabei, Ressourcen­verbrauch, Emissionen und Müllmengen zu reduzieren.

1 Umwelt­bundesamt, März 2026: Verpackungs­abfälle
2 WWF, Feb. 2024: Mehrweg in der deutschen Gastronomie
3 NABU e. V., 2020: Vor­verpackungen bei Obst und Gemüse
4 NABU e. V., 2023: Milliarden Einweg­tüten für frische Back­waren
5 StMUV, abgerufen am 01.06.2026: Mehrweg ist der bessere Weg – auch bei „Coffee to go“!
6 WWF/Alfred-Wegener-Institut, Jan. 2022: Impacts of Plastic Pollution in the Oceans on Marine Species, Bio­diversity and Eco­systems
7 WWF/Alfred-Wegener-Institut, Feb. 2022: Die „Plastifizierung“ des Ozeans
8 WWF, Nov. 2022: Towards a Treaty to End Plastic Pollution
9 Charlotte Edmond (WEF), Jan. 2022: We know plastic pollution is bad – but how exactly is it linked to climate change?
10 WWF, Juni 2020: Hintergrund­papier „Mikro­plastik in der Umwelt“
11 Deutsche Umwelt­hilfe e. V., Feb. 2021: Umweltproblem „Coffee‑to‑go-Einwegbecher“
12 OECD, Feb. 2022: Global Plastics Outlook
13 BUND, abgerufen am 15.10.2026: Öl- und Erdgas­förderung in Deutschland: Risiken und Folgen
14 NABU e. V., abgerufen am 15.10.2026: Papier­herstellung belastet Umwelt und Natur
15 NABU e. V., 2025: Zu viele Wert­stoffe landen im Rest­müll
16 WWF/SYSTEMIQ, Aug. 2021: Verpackungs­wende jetzt!
A (Infografik) WWF, Feb. 2024: Mehrweg in der deutschen Gastronomie (Abb. 7: „Einwegverpackungs­aufkommen nach Füllgut­bereich“)
B (Infografik) NABU e. V., 2020: Vor­verpackungen bei Obst und Gemüse (S. 9)
C (Infografik) NABU e. V., 2023: Milliarden Einweg­tüten für frische Back­waren
D (Infografik) Statista, Juni 2022: Plastik­müll bedrohlicher als Klima­wandel?
E (Infografik) Statista, 2024: Kippen und Verpackungen statt makel­loser Sand­strände
F (Infografik) WWF, Juni 2023: Faktenblatt „Mehrweg­verpackungen“ (S. 4). Auch 6–12 und 16 wurden daraus zitiert.
G (Infografik) NABU e. V., 2025: Zu viele Wert­stoffe landen im Rest­müll (Abb. „Zusammen­setzung der durch­schnittlichen Restmüll­tonne“)

B) Mehrwegoptionen​

als mögliche Lösung

Mehrweg ist das Gegen­stück zu Einweg. Durch den Einsatz von Mehrweg­verpackungen lassen sich Abfälle und Treibhausgas­emissionen verringern. Somit sind sie gegenüber Einweg­verpackungen ökologisch vorteil­haft, wenn bestimmte Voraus­setzungen erfüllt sind. Dazu gehört insbesondere eine gewisse Mindest­umlaufzahl:

  • Bei Essens­boxen nach 27 Wieder­verwendungen
  • Bei Getränke­bechern nach 10 (besser: 25) Wieder­verwendungen
  • Bei Bäckerei­beuteln ab der 4. bzw. 6. Nutzung (im Vergleich zu Papier- bzw. Plastik­tüten)

Mehrweg kann unterschiedliche Konzepte meinen, die individuelle Vorteile haben und je nach Situation prima ineinander­greifen:

Einerseits gibt es Mehrwegsysteme (seien es wiederverwendbare Schüsseln und Becher aus Pool­systemen externer Anbieter oder betriebs­eigene „Insellösungen“). Gerade für Spontan­einkäufe und Lieferdienste können diese richtig praktisch sein: So kann man sich beispielsweise für einen entspannten Spaziergang einen Kaffee im Mehrwegbecher holen, ihn während­dessen genießen und den Becher am Ende der Runde bei einem anderen Partner­betrieb desselben Anbieters wieder abgeben.

Andererseits gibt es die mitgebrachten Behältnisse, also das Bring‑your-own-Prinzip: Kund*innen nutzen das, was sie schon haben (eigene Thermos­becher, Brotbeutel, Schraub­gläser und sonstige Schätze aus dem Haushalts­sammelsurium), und sind somit besonders ressourcen­schonend* unterwegs. Einfach mit der Frischhaltedose zum Lebensmittel­einkauf oder in die Mittagspause aufbrechen – mehr Planung braucht es nicht, zumal die Behältnisse bloß zu Hause gespült und nicht wieder zurückgebracht werden müssen.
Um dem Bring‑your-own-Prinzip eine Stimme zu geben, haben wir die Initiative Einmal ohne, bitte gestartet. Unser Schulworkshop ist dabei ein Weg, das Einkaufen mit mitgebrachten Behältnissen sichtbar und erlebbar zu machen. Denn mit jedem Einkauf ohne Einweg­verpackung leistest du einen großen Beitrag zur Müllvermeidung. Und je öfter die Lösungen genutzt werden, desto besser etablieren sie sich.

* Und was macht mitgebrachte Behältnisse zur ressourcenschonendsten Wahl?

In Deutschland und der EU hat Abfall­vermeidung15 oberste Priorität in der sogenannten ​⇠ Abfallhierarchie.16 Dadurch dass sich in nahezu jedem Haushalt geeignete Behältnisse ansammeln, die immer wieder verwendet werden können, lassen sich Neu­anschaffungen und der damit verbundene Ressourcen­verbrauch vermeiden. Kurz: Besser geht’s nicht!

15 Zum Thema Abfallvermeidung alias „Precycling“ und Ressourceneffizienz siehe auch das Projekt „PuR“
16 Abfallhierarchie gemäß § 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz und Art. 4 Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG)

Kund*innen haben ein Recht auf Mehrweg

Seit 2023 gilt die Mehrweg­angebots­pflicht (§ 60 und § 61 Verpackungs­recht-Durchführungs­gesetz): Wer Speisen in Einweg-Kunststoffverpackungen und Getränke in Einweg­bechern verkauft, muss sie auch in Mehrweg­behältern ausgeben. Zudem besteht eine Hinweispflicht, d. h., das Mehrwegangebot muss sichtbar sein – z. B. durch einen Aushang an der Tür oder Theke. Die weiteren Spielregeln hängen von der Größe des jeweiligen Betriebs und der Anzahl seiner Mitarbeitenden ab:

Betriebe mit
max. 80 m2 Verkaufsfläche
und bis zu 5 Mitarbeitenden …

Umriss eines kleineren Gastronomiebetriebs in Gelb

… müssen mitgebrachte Mehrwegbehältnisse von Kund*innen annehmen und befüllen.

Diese müssen sauber sein, bevor sie befüllt werden. Verschmutzte oder defekte Gefäße dürfen die Betriebe ablehnen.

Betriebe mit
über 80 m2 Verkaufsfläche
oder mehr als 5 Mitarbeitenden …

Umriss eines größeren Gastronomiebetriebs in Blau

… müssen selbst Mehrwegverpackungen als Alternative anbieten.

Dazu können sie betriebs­eigene Gefäße verwenden oder sich einem existierenden Pool­system anschließen. Mehrweg­verpackungen von dem System, das sie anbieten, müssen sie auch wieder zurücknehmen.

Gut zu wissen:

Natürlich dürfen auch größere Betriebe mitgebrachte Behältnisse befüllen. Auch viele, die noch nicht über Einmal ohne, bitte oder mit sonstigen Hinweisen darauf aufmerksam machen, sind gern dazu bereit – nachfragen lohnt sich also!

Bald gilt Einmal ohne, bitte offiziell überall!

Ab dem 12. Februar 2027 gilt die Mehrweg­angebots­pflicht für mit­gebrachte Behältnisse auch für große Betriebe und material­unabhängig (also nicht mehr nur für Kunst­stoff). Dann sind laut EU-Verpackungs­verordnung (Art. 32 PPWR) alle Letzt­vertreibenden von Take‑away-Speisen und -Getränken verpflichtet, Verbraucher*innen die Möglichkeit zu geben, eigene Behältnisse zu befüllen.

Übrigens:

  • Mehrweg darf nicht mehr kosten als Einweg. Betriebe dürfen also keinen Rabatt auf Einweg geben! So entsteht den Kund*innen garantiert kein Nachteil: Denn auf vom Betrieb ausgegebene Gefäße kann zwar ein Pfand erhoben werden, dieses wird aber bei Rückgabe wieder erstattet. Und mitgebrachte Gefäße sind ohnehin nahezu kostenfrei, da Neuanschaffungen selten notwendig sind.
  • Verstöße gegen die Mehrwegangebotspflicht kannst du an die zuständige Behörde melden. Näheres dazu hier.

Der Einkauf mit eigenem Behältnis

Nun wird es konkret: Wir erklären dir, wie ein Einkauf nach dem Bring‑your-own-Prinzip funktioniert – von der Bäckerei über die Frischetheke bis hin zu Take‑away-Bestellungen.

Wo ist das möglich?

Screenshot der Deutschlandkarte mit teilnehmenden Geschäften

Das Einkaufen ohne produkteigene Verpackung ist grundsätzlich überall dort möglich, wo Lebensmittel, Speisen und Getränke extra für dich abgefüllt werden, z. B. bei der Bäckerei, an der Frischetheke oder in deinem Lieblingsrestaurant. Frag einfach mal nach!

Und wenn du nach Inspiration suchst, halte unterwegs nach unseren Stickern und Aufstellern Ausschau oder wirf direkt mal einen Blick auf unsere interaktive Karte. Dort sind alle Betriebe aus Gastronomie und Lebensmittel­einzelhandel aufgeführt, die schon an Einmal ohne, bitte teilnehmen und somit deine mitgebrachten Behältnisse gern für dich befüllen!

Und wie geht das?

Spare unnötigen Verpackungs­müll, indem du beim Lebensmittel­einkauf Mehrwegbehälter mitbringst. Sag bei der Bestellung, dass du die Speisen oder Getränke in eigene Behältnisse füllen lassen möchtest.

Das brauchst du dafür: saubere, am besten verschließbare Becher, Boxen, Beutel, Wachstücher, Einmachgläser oder andere geeignete Behälter.

Illustration in Grau mit Stoffbeutel, Schraubglas und Frischhaltedose, daneben Beispiele für Lebensmittel ohne produkteigene Verpackung
Illustration eines Einkaufsnetzes und eines Stoffbeutels in Grau

Entweder rein in den Sack …
Besonders Backwaren, aber auch Gemüse und Obst kannst du dir in einen Brotsack oder in Jutebeutel und Gemüsenetze einpacken lassen:

  • Entweder du hältst der Bedienung den Sack entgegen und sie befüllt ihn für dich, indem sie die Ware hineinfallen lässt.
  • Oder du nimmst die Ware mit der Hand entgegen und packst sie selbstständig in dein Behältnis.

… oder aufs Tablett und los!
Du bekommst Lebensmittel aus der Frischetheke oder deine Take-away-Bestellung über ein Tablett oder den Hygienebereich gereicht.

Illustration einer Frischhaltedose auf einem Tablett, von der der Deckel abgenommen wird

1. Nimm den Deckel ab und stell das offene Behältnis auf das Tablett oder in den entsprechenden Bereich.

Illustration einer Frischhaltedose, die auf einem Tablett entgegengenommen wird

2. Die Bedienung nimmt die Box mit Tablett hinter die Theke, befüllt sie und stellt sie anschließend wieder zurück.

Illustration einer Frischhaltedose auf einem Tablett, auf die der Deckel aufgesetzt wird

3. Setz den Deckel wieder drauf, damit das Personal ggf. einen Bon aufkleben kann.

Wichtig:

Die Theke ist die Hygiene­barriere. Damit keine Keime in den Lebensmittel­bereich gelangen, wird dein Behältnis meist über einen separaten Bereich oder ein Tablett hinter die Theke genommen.

Das Verkaufs­personal soll nur so viel Kontakt wie nötig mit den mitgebrachten Behältnissen haben. Wenn möglich, nimm die Ware mit der Hand entgegen und pack sie selbstständig ein.

Illustration eines Tabletts mit befülltem Behältnis darauf

FAQ für Workshopleitungen

Teste dein Wissen!

Mehrweg ist das Gegenstück zu Einweg und kann unterschiedliche Konzepte meinen, die individuelle Vorteile haben und je nach Situation prima ineinander­greifen: Einerseits gibt es Mehrweg­systeme, andererseits gibt es die mitgebrachten Behältnisse, also das Bring‑your-own-Prinzip.
Das Bring‑your‑own-Prinzip bedeutet, dass beim Einkauf eigene Behälter, Becher oder Beutel mitgebracht werden, um Lebensmittel oder Getränke einzufüllen und mitzunehmen.
In vielen Fällen darfst du eigene Behältnisse für Take‑away-Bestellungen mitbringen, und kleinere Betriebe mit höchstens 5 Beschäftigten und 80 m² Verkaufs­fläche müssen solche mitgebrachten Gefäße sogar befüllen. Für den klassischen Einkauf im Supermarkt oder an vielen Frischetheken gibt es dagegen meist keinen Anspruch darauf; dort ist es erlaubt, aber der Betrieb kann es aus Hygiene­gründen ablehnen. Unsere Philosophie lautet daher: Einfach mal saubere Behältnisse einpacken, nachfragen und ausprobieren!
  1. Nimm saubere Behältnisse mit ins Geschäft oder Lokal deiner Wahl.
  2. Bitte das Personal, das Produkt in dein mitgebrachtes Behältnis zu füllen.
  3. Zahle und erfreu dich an deinem großartigen Beitrag für die Umwelt.
  4. Nachdem du die Speise oder das Getränk aufgebraucht hast, musst du das Behältnis bloß noch zu Hause reinigen und schon ist es wieder einsatzbereit für deinen nächsten Einkauf.
Die Theke ist die Hygiene­barriere. Damit keine Keime in den Lebensmittel­bereich gelangen, wird dein Behältnis meist über einen separaten Bereich oder ein Tablett hinter die Theke genommen. Das Verkaufs­personal soll nur so viel Kontakt wie nötig mit den mitgebrachten Behältnissen haben. Wenn möglich, nimm die Ware mit der Hand entgegen und pack sie selbstständig ein.
In der Praxis kommen vor allem Hygiene­fragen auf: Betriebe müssen sicherstellen, dass mitgebrachte Behältnisse sauber und geeignet sind, und dürfen die Befüllung bei Zweifeln ablehnen. Bei Supermärkten und Frische­theken kommt hinzu, dass es meist keinen Anspruch auf die Befüllung eigener Behälter gibt, während in der Take‑away-Gastronomie die Mehrweg- und BYO-Regeln inzwischen klarer sind.

Im aufklappbaren Menü oben haben wir schon zahlreiche Quellen zu den Zahlen und Fakten aufgeführt. Um dich weiter einzulesen, können wir darüber hinaus folgende Seiten empfehlen: