3 – Workshop­format

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Illustration einer grinsenden Bananenschale mit Superhelden-Umhang

„Zero Waste Hero – werde Mehrwegheld*in“

Dieser Workshop eignet sich für Gruppen ab der 5. Jahrgangsstufe aller weiterführenden Schularten bzw. ab einem Alter von 10 Jahren. Kinder fangen oft in diesem Alter an, selbstständig Essen und Getränke einzukaufen, sodass dies ein guter Zeitpunkt ist, um über den eigenen Konsum zu reflektieren und alternative Handlungsweisen kennenzulernen.

Thema dieses Workshops ist der Einwegverpackungs­müll beim Einkaufen und bei Take-away-Bestellungen sowie die Nutzung von wieder­verwendbaren Behältnissen – etwa Stoff­beuteln, Frischhalte­dosen oder eigenen Bechern – als eine müll­vermeidende Alternative. Im Workshop können sich Kinder und Jugendliche mit dem Problem Einwegmüll auseinander­setzen, über den eigenen Konsum reflektieren sowie die Nutzung eigener Gefäße als mögliche Alternative kennen­lernen und selbstständig ausprobieren.

Wir gehen folgenden Fragen nach:
  • Wo entsteht Einwegverpackungs­müll im Alltag?
  • Warum ist er ein Problem für die Umwelt?
  • Welche Alternativen gibt es, um diesen Müll zu vermeiden?
  • Wie geht man mit eigenen Behältnissen einkaufen?

Dabei erleben die Teilnehmenden aus erster Hand, wie der Einkauf mit wieder­verwendbaren Gefäßen gelingt und welche Möglichkeiten es für einen verpackungs­freien Einkauf in der Umgebung ihrer Schule bzw. in ihrem Alltag gibt.

Beschreibung

Dieses Workshopformat besteht grundsätzlich aus drei Teilen (einem inhaltlichen, einem gestalterischen und einem erlebnisbasierten Teil), die von einem Einstieg und Abschluss umrahmt werden. Die Workshop­teile sind modular einsetzbar. Sie können z. B. alle an einem Projekttag (ca. 4 Stunden) durchgeführt oder in mehrere Schulstunden aufgeteilt werden. Für einige Teile gibt es verschiedene Alternativen, sodass für jede Gruppe die beste Option ausgewählt werden kann. Zusätzlich dazu besteht die Möglichkeit, eine weiterführende Begleitung anzuschließen, damit die Auseinandersetzung mit dem Thema auch nach dem Workshop bestehen bleibt.

Hier eine kurze Beschreibung der einzelnen Teile (weitere Details sind im Ablaufplan* zu finden):

* Der Ablaufplan ist im Materialpaket enthalten.

Einstieg (15 Min.)

Der Workshop fängt mit einer Vorstellungsrunde an, in der wir uns anhand einer selbst ausgewählten Check‑in-Karte* vorstellen. Dies ermöglicht nicht nur ein entspanntes Ankommen und Kennenlernen, sondern verschafft den Workshop­leitenden auch einen ersten Eindruck über die Gefühlslage der Schüler*innen.

* Die Check‑in-Karten sind im Materialpaket enthalten.

Foto von bunten Postkarten, die Kinder im Rahmen einer Kennenlernrunde vom Boden aufheben

1. Inhaltlicher Teil (50 Min.)

Dieser Teil dient der Einführung in die Problematik von Einwegverpackungs­müll beim Einkauf und bei Take‑away-Bestellungen. Zum Einstieg schauen wir uns den typischen Tag einer Person und den anfallenden Verpackungsmüll an. Hiermit wird veranschaulicht, wie viel Müll eine Person ganz unbeabsichtigt an einem typischen Tag produzieren kann. Im Anschluss lernen die Teilnehmenden in einer Gruppenarbeit* verschiedene Einweg­verpackungen sowie ihre Mehrweg­alternativen kennen, erarbeiten ihre Vor- und Nachteile sowie ihre Lebenswege und halten die Ergebnisse auf Plakaten* fest.

* Die Arbeitsblätter und Plakatbausteine sind im Materialpaket enthalten.

2. Gestalterischer Teil (35 Min.)

In diesem Teil werden die Kinder und Jugendlichen kreativ, erleben Spaß am Re-/Upcyceln und werden befähigt, die nötigen Ressourcen für einen nachhaltigeren Konsum selbstständig herzustellen. Dafür gibt es mehrere Optionen: Sie können z. B. Stoffbeutel aus alten T‑Shirts basteln oder mit Textilstiften gestalten.* Die Bastelergebnisse können direkt im nächsten Teil des Workshops eingesetzt werden und dienen zusätzlich als Mitbringsel, sodass der Handlungsimpuls auch nach dem Workshop fortwirkt.

* Die Anleitung für T‑Shirt-Beutel ist im Materialpaket enthalten.

Foto eines Kindes beim Bemalen eines Stoffbeutels mit einer blauen Figur

3. Erlebnisbasierter Teil (85 Min.)

Anschließend folgt der erlebnisbasierte Teil. Hierfür gibt es zwei Module:

Modul a) Rollenspiel*: Beim Rollenspiel üben die Kinder und Jugendlichen, wie sie freundlich nachfragen, um die eigenen Behältnisse beim Einkauf zu nutzen. In Zweier­gruppen spielen sie den Einkauf von z. B. Breze, Kakao, Pommes und Pizza mit eigenen Behältnissen nach, wobei eine Person die Rolle als Verkäufer*in und die andere die Rolle als Kund*in übernimmt. Im Anschluss spielen ausgewählte Zweier­gruppen den Einkauf vor der gesamten Klasse vor.

Modul b) Exkursion*: Im nahe gelegenen Umfeld (z. B. Einkaufs­zentrum) probieren die Teilnehmenden das Einkaufen von Speisen und Getränken mit eigenen Behältnissen selbst aus. In Gruppen von 3–4 Personen erledigen sie innerhalb von ca. 30 Minuten Aufgaben: z. B. eine heiße Schokolade in einer Bäckerei kaufen und in den mitgebrachten Becher füllen lassen. So kommen sie ins Handeln, überwinden Hemmungen beim Gespräch mit dem Verkaufs­personal und lernen Mehrweg­lösungen aus erster Hand kennen. Das Geld für den Einkauf kann von den Kindern selbst mitgebracht werden (ca. 3 Euro pro Person) oder von der Workshop­leitung gestellt werden.

* Die Arbeitsblätter für das Rollenspiel und die Exkursion sind im Materialpaket enthalten.

Am besten werden beide Module nacheinander durchgeführt, sodass das Rollenspiel als Vorbereitung für die Exkursion dient. Aber auch nur ein Modul ist möglich: Wenn es kein passendes Einkaufs­zentrum in der Umgebung gibt oder die Kinder nicht allein einkaufen dürfen, wird nur das Rollenspiel eingesetzt; wer sich aus Zeitgründen für eine Option entscheiden muss oder bei den Teilnehmenden keinen großen Vorbereitungsbedarf für das selbst­ständige Einkaufen sieht, macht nur die Exkursion.

Abschluss (30 Min.)

Nach der Exkursion zeigen die Kinder und Jugendlichen sich gegenseitig, was sie in mitgebrachten Behältern bestellt haben, und teilen ihre Erfahrungen mit der Klasse. Dabei wird auf die positiven sowie negativen Aspekte eingegangen und reflektiert*, wie einfach oder schwierig es gewesen ist, was sie dabei gedacht und gefühlt haben und ob sie diese Verhaltensweise in Zukunft wiederholen möchten.

Haben die Teilnehmenden nur das Rollenspiel erlebt, dann besprechen wir, was sie dabei gedacht und gefühlt haben und ob sie Lust hätten, das in der echten Welt auszuprobieren. So kommen wir auf den Verpackungs­müll zurück, den wir zu Beginn des Workshops thematisiert haben. Mit den gewonnenen Erfahrungen gehen wir den täglichen Einkauf durch und diskutieren, wie der entstandene Müll vermieden werden könnte.

* Ein Reflexionsbogen sowie auch ein Evaluationsbogen sind im Materialpaket enthalten.

Anschließende Begleitung

Mit einer anschließenden Begleitung wird dafür gesorgt, dass die Auseinander­setzung mit dem Thema nicht nach dem Workshop endet, sondern lebendig weitergeht. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden konkrete Ideen entwickelt, die sie selbstständig umsetzen können, z. B. eine Challenge, bei der sie das Einkaufen mit den eigenen Behältnissen wiederholen, eine Ausstellung für die gesamte Schul­gemeinschaft oder eine Kooperation mit dem Schulkiosk, um ganz praktische Lösungen zur Einwegmüll­vermeidung dauerhaft zu verankern. Mit dieser aktiven Begleitung wird Raum für Selbst­wirksamkeit geschaffen: Die Kinder und Jugendlichen vertiefen ihr Wissen, setzen eigene Projekte in die Tat um und erleben, wie sie selbst Veränderungen anstoßen können.