Mach’s nach: Mitmach­aktionen

Info- und Aktions­stände sind die Klassiker unter den Sensibilisierungs­­maßnahmen und auch für Einsteiger*innen ohne großen Aufwand umsetzbar. Als Orientierungs­hilfe für die Organisation und Tipps für das Gespräch haben wir die Basics im Beitrag „Über Einmal ohne, bitte sprechen“ zusammen­getragen. Oft kannst du dich einem bereits bestehenden Veranstaltungs­rahmen anschließen, so ganz neue Personen­gruppen erreichen und die Infos und Aktionen bei Bedarf auch kurzfristig zielgruppen­gerecht anpassen.

Drei Personen vom Verein „Zero Waste Berlin“ am Infostand von „Einmal ohne, bitte“

Best-Practice-Beispiel aus Bamberg:

Um Passant*innen zum Mitmachen zu animieren, haben sich kreative und interaktive Angebote immer wieder bewährt. So auch beim Aktionstag in der Bamberger Fußgänger­zone: Die lokalen Initiativen informierten am Infostand nicht nur über Abfall­vermeidung beim Einkauf, sondern hielten auch Preise fürs spontane Einkaufen mit eigenem Behältnis und die Teilnahme an einem Quiz bereit.

Näheres zur Aktion bei: Transition Bamberg

Best-Practice-Beispiel aus München:

Gerade auf Märkten und Veranstaltungen wecken vor allem Challenges und Quizze die Neugier und den Ehrgeiz der Besucher*innen, insbesondere wenn es dabei etwas zu gewinnen gibt. Bei der Challenge-Station auf dem großen Winter­markt sollten die Teil­nehmenden dafür Quiz­fragen beantworten und eine von drei Aufgaben erfüllen: drei Sorten Müll auf dem Gelände sammeln, Essen oder Getränke in wieder­verwendbaren Bechern/Boxen/Beuteln holen oder einen Social-Media-Post mit Einmal ohne, bitte machen.

Best-Practice-Beispiel aus Würzburg:

In unserer Geschichte gab es gleich mehrere Kreativ­wettbewerbe mit Gewinn­spielen.

2019 und 2020 ging es unter dem Motto „Zeig uns deine Teller­story“ darum, ein Foto auf Instagram oder Facebook zu posten, wie man mit eigener Verpackung einkauft, sowie unserem Account zu folgen und ihn darin zu verlinken.

2021 feierte Würzburg seinen Launch als Städte­partner gebührend: Bei der Aus­gestaltung des Mottos „Mehrweg­verpackungen attraktiv in Szene gesetzt“ waren die Teil­nehmenden ganz frei und wurden mit großzügigen Gewinnen für ihre Kreativität belohnt.

Spiele

Bei lokalen Aktionen wollen wir unseren Ziel­gruppen spielerisch und anschaulich Wissen darüber vermitteln, warum Müll durch Einweg­verpackungen ein Problem darstellt. Gleich­zeitig zeigen wir ihnen direkt einen Teil der Lösung auf: Denn wieder­verwendbare Behältnisse verschaffen ihnen alltags­taugliche Handlungs­möglichkeiten.

Foto des Spiels „Müllverfallsfenster“ mit den Schildern „Komm mit auf Zeitreise“ und „Wie lange verbleibt Müll in der Natur?“

Müllverfalls­fenster spielen

Wie lange verbleibt Müll in der Natur? Dieses Schätzspiel ist ein anschaulicher Aufhänger, um sich über die Verpackungsmüll­problematik auszutauschen.

Best-Practice-Beispiel aus Fröndenberg:

In dieser Müllmemory-Variante werden statt Karten echte Gegenstände eingesetzt:

„Bei Märkten machen wir schon mal ein Memory mit zwei Körben, einer mit Einweg­plastik­zeug, einer mit der nachhaltigen Alternative. Die Leute müssen dann die Pärchen finden (Strohhalme, Dosen, Flaschen, Wäsche­klammern, Löffel …).“

Kreativstationen

Wenn es etwas zu basteln und eigen­ständig zu gestalten gibt, finden das nicht nur Kinder spannend. Der hand­werkliche und der kreative Faktor machen die Aktion zum Erlebnis und das Endprodukt gewinnt an persönlichem Wert. Konzepte wie Mehrweg und Upcycling werden greifbar. Das ist eine super Gelegenheit, um miteinander darüber ins Gespräch zu kommen, dass es nicht immer etwas Neues sein muss und wie der neue Zero-Waste-Begleiter im Alltag eingesetzt werden kann.

Foto eines hochgehaltenen Stoffbeutels

Brotbeutel selbst nähen

Der Stoff­beutel ist der ständige Begleiter vieler Mehrweg­held*innen. Wer kreativ werden will, kann aus Stoff­resten ein eigenes Upcycling­exemplar nähen.

Foto einer Gruppe Kinder, die rund um einen Tisch stehend Stoffbeutel mit Namen, Begriffen und Symbolen bemalen; in der Mitte steht ein Becher mit Textilstiften

Stoffbeutel bemalen

Für den nächsten Einkauf in der Bäckerei gestalten Kinder ihren eigenen Beutel. So kommen sie ganz praktisch mit dem Thema Mehrweg in Berührung.

Best-Practice-Beispiel aus München:

Das Beutel­bemalen ist gerade bei Kindern die beliebteste DIY-Aktion. Das Bedrucken von Stoff­beuteln ist die anspruchs­vollere Steigerung, bei der Prozess und Ergebnis maximal Freude machen. Im Rahmen einer eigens aus­gerufenen Aktions­woche gegen Plastik­müll organisierte das Team am Viktualien­markt eine Siebdruck­aktion und verpasste so T‑Shirts und Brot­beuteln bunte „Einmal ohne, bitte“-Slogans.

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