Schulworkshops ausrichten

Foto eines bemalten Stoffbeutels mit lächelndem Gesicht und der Aufschrift „Darf ich bitte mit zum Einkaufen?“
Foto von zwei Kindern beim Rollenspiel vor großen bunten Bauklötzen

Wer hat’s vorgemacht?

Wer macht’s nach?

Wie können Kinder verstehen, warum Verpackungsmüll ein Problem ist – und gleichzeitig erleben, dass es auch anders geht? Bei einem interaktiven Schulworkshop lernen Schüler*innen spielerisch, wie Einkaufen und Take‑away mit eigenem Behältnis funktioniert.

Der Workshop verbindet Wissen, Kreativität und Rollenspiel. Die Kinder entdecken Alternativen zu Einwegverpackungen und probieren selbst aus, wie sie beim Einkaufen eigene Behältnisse nutzen können. Dieses Format haben wir bereits erfolgreich an Schulen umgesetzt – und stellen unsere Erfahrungen nun gerne für euch zur Verfügung.

Für wen eignet sich der Workshop?

Der Workshop richtet sich an Schüler*innen im Alter von etwa 9 bis 12 Jahren (3.–6. Klasse) und dauert etwa 3 bis 4 Schulstunden. Idealerweise arbeiten zwei Workshopleiter*innen zusammen und führen den Workshop direkt in der Schule durch.

Was die Schüler*innen im Workshop lernen

Nach dem Workshop wissen die Schüler*innen:

  • Warum Verpackungsmüll ein Umweltproblem ist
  • Wo Einwegverpackungen im Alltag entstehen – z. B. beim Einkaufen oder Take-away
  • Welche Alternativen es gibt – etwa Stoffbeutel, Dosen, Gläser oder eigene Becher
  • Wie man freundlich nachfragt, um eigene Behältnisse beim Einkauf zu nutzen
  • Mitmachen ist wichtiger als Perfektion – jeder kleine Schritt zählt.

So ist der Workshop aufgebaut

Der Workshop kombiniert vier interaktive Elemente. Die Kinder lernen nicht nur durch Zuhören, sondern vor allem durch Ausprobieren, Diskutieren und Spielen.

1. Dem Müll auf der Spur – Stationsarbeit: Einführung in die Abfallproblematik

Zum Einstieg beschäftigen sich die Schüler*innen mit Verpackungen aus ihrem Alltag. Dafür wird die Klasse in acht Kleingruppen aufgeteilt: vier Müll-Stationen und vier Kein-Müll-Stationen. Jede Gruppe erhält eine Verpackung und ein Arbeitsblatt. Gemeinsam überlegen die Kinder:

  • Woraus besteht die Verpackung?
  • Wofür wird sie benutzt und wie lange nutzt man sie?
  • Was passiert mit ihr nach dem Gebrauch?
  • Ist das gut oder schlecht für die Umwelt – und warum?

An den Müll-Stationen untersuchen die Gruppen typische Einwegverpackungen, zum Beispiel:

  • Einweg-Trinkpäckchen
  • Plastikfolie
  • Bäckereitüten
  • Plastikverpackungen für Obst und Gemüse

An den Kein-Müll-Stationen beschäftigen sich die Gruppen mit Mehrwegalternativen, etwa:

  • Mehrwegflasche
  • Brotbox
  • Stoffbeutel
  • Mehrweg-Gemüsenetze

Die Kinder tragen ihre Ergebnisse auf den Arbeitsblättern ein, die speziell für die Müll- und Kein-Müll-Stationen entwickelt wurden. Am Ende präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse vor der Klasse.

Tipp: Dabei beginnt immer eine Müll-Station. Anschließend überlegt die Klasse gemeinsam, welche Mehrwegalternative dazu passen könnte. Die entsprechende Kein-Müll-Gruppe ergänzt dann mit ihrer Präsentation.

So wird sichtbar: Für viele Einwegverpackungen gibt es einfache Alternativen, die im Alltag genutzt werden können.

2. Einkaufen mit eigenem Behältnis – Rollenspiel

Im Rollenspiel üben die Schüler*innen typische Einkaufssituationen. In kleinen Gruppen schlüpfen sie in verschiedene Rollen:

  • Kund*in
  • Verkäufer*in
  • Beobachter*in

Gemeinsam spielen sie Szenen aus dem Alltag nach – etwa:

  • Eine Brezel mit eigenem Stoffbeutel kaufen
  • Ein Getränk im eigenen Becher mitnehmen
  • Pommes in einer mitgebrachten Box bestellen

Dabei erleben sie auch unterschiedliche Reaktionen: Manchmal klappt es sofort, manchmal ist das Verkaufspersonal zunächst skeptisch. So lernen sie, freundlich nachzufragen und Lösungen zu finden (siehe Rollenspiel-Karten im Materialset). Außerdem lernen die Schüler*innen spielerisch die Hygienebestimmungen kennen und wissen nach dem Rollenspiel, worauf sie achten müssen.

Tipp: Am Anfang am besten einmal eine Situation vorspielen. Die Schüler*innen bringen ihre eigene Kreativität gern in das Rollenspiel ein. Die Rollenkarten mit dem vorgeschriebenen Text können, müssen aber nicht genutzt werden.

3. Mehrweg gestalten – Kreativteil

Im nächsten Schritt gestalten die Kinder ihre eigenen Mehrwegbegleiter für den Alltag, indem sie zum Beispiel:

  • Stoffbeutel bemalen
  • Mitgebrachte Gläser oder Dosen gestalten

Die Idee: Die Kinder nehmen etwas Selbstgestaltetes mit nach Hause, das sie später tatsächlich beim Einkaufen nutzen können.

Tipp: Du kannst die Stoffbeutel entweder kaufen und die Lehrkräfte dafür Geld einsammeln lassen – wir hatten Zuziehbeutel, die sich besonders gut für den Brötcheneinkauf eignen. Alternativ können die Kinder aber natürlich auch eigene weiße Stoffbeutel mitbringen.

4. Abschluss

Zum Abschluss reflektieren die Kinder gemeinsam:

  • Was hat heute überrascht?
  • Was möchte ich selbst ausprobieren?
  • Welche Mehrwegidee nehme ich mit nach Hause?

Tipp: Den Abschluss kannst du in einem Stehkreis machen. Ganz zum Schluss erhalten die Kinder noch einen Elternbrief, der die Workshopinhalte zusammenfasst und Tipps für den Einkauf mit eigenem Behältnis mitgibt.

Dieses Material brauchst du für den Workshop:

  • Aufgabenblätter Müll- und Kein-Müll-Stationen
  • Situations- und Rollenkarten für das Rollenspiel
  • Elternbrief                    
  • Einwegverpackungen für Müll-Stationen (Einweg-Trinkpäckchen, Plastikfolie, Bäckereitüten, Plastikverpackungen für Obst und Gemüse)
  • Mehrwegbehälter für Kein-Müll-Stationen (Mehrwegflasche, Brotbox, Stoffbeutel, Mehrweg-Gemüsenetze)
  • Accessoires für das Rollenspiel (Tablett, Schürze, Zangen, typische Kopfbedeckung und sonstige Verkleidung)
  • Stoffbeutel
  • Stoffmalstifte
  • Pappe als Einlage für die Stoffbeutel, damit die Stifte nicht durchdrucken
Foto mit Rollenspiel-Karten und Pommesschalen-Symbol auf einem Tisch
Foto mit Rollenspiel-Karten und Teekannen-Symbol auf einem Tisch